2. Festival der Solidarität

***Aufruf zur Beteiligung***

**Die Frist des Beteiligungsaufrufs ist abgelaufen, der Rücklauf überwältigend. Demnächst werden wir hier das fertige Programm präsentieren…**

Unsere Bilder? Nein, die wurden uns nur zugespielt…

 

Urheberrechtsfragen in Zeiten der Digitalisierung, Debatten um koloniale Beutekunst in europäischen Museen, die sich kontinuierlich verschärfende Wohnraumfrage, Kämpfe um sexuelle Selbstbestimmung sowie die Verfügungshoheit über den eigenen Körper, Wirtschaftsdemokratie und gemeinwohlorientierte öffentliche Daseinsvorsorge vs. marktgetriebene, einer maximalen individuellen Profitsteigerung verpflichtete Verwertungsparadigmen, Auseinandersetzungen um die Verfügung über und Ausbeutung von natürlichen Ressourcen wie Wasser, seltenen Erden oder Braunkohle, die Vertreibung von Obdachlosen und Jugendlichen aus dem ‚öffentlichen‘ Raum einerseits, das Anwachsen sog. Gated Communities und von einer kommerziellen Konsumlogik strukturierter Flächen in den Innenstädten andererseits… Eigentumsfragen sind allgegenwärtig.

Sie durchdringen nahezu alle Bereiche unserer Lebensführung. Auch zahlreiche gesellschaftliche und politische Konstellationen unserer Zeit lassen sich als Eigentumskonflikte verstehen. Die Brisanz der Thematik ist auch auf das moderne Verständnis von Eigentum zurückzuführen. Einerseits gilt Eigentum als Garant von Freiheit und Selbstverwirklichung, andererseits birgt es stets auch die Grundlage potentiell illegitimer sozialer Macht und politischer Einflussnahme. Dieses Spannungsverhältnis des Eigentumsbegriffs zeigt sich auch in gesellschaftlichen Fragen: Kann eine Gesellschaft gegenüber Individuen Eigentumsansprüche erheben, etwa indem Steuern erhoben, (un-)freiwillige soziale Jahre verordnet oder Organe entnommen und umverteilt werden?

Als Netzwerk Solidarische Stadt Augsburg wollen wir uns gemeinsam mit Euch solch eigentümlichen Fragen stellen und nach solidarischen Antworten suchen. Wir wollen Diskussionen anstoßen, Probleme identifizieren und praktisch werden:

Wem gehört was und warum eigentlich? Ist das Denken und Handeln in Kategorien des Eigentums an sich verkehrt und verfänglich? Führt es uns womöglich dazu, in einer Art und Weise über uns, unsere Mitmenschen und unsere Umwelt nachzudenken, die verheerende Konsequenzen hat? Müssten wir infolgedessen vielleicht nicht nur darüber nachdenken, wie Eigentum anders zu verteilen, sondern wie es grundsätzlich zu überwinden wäre? Was heißt das in der Praxis und wann können wir damit loslegen?

 

Gestaltet mit uns die Augsburger Eigentumskonferenz, eignet Euch mit uns die Stadt an!

Urban Gardening, Initiativen zur freien Solidarität, Betreuung von geflüchteten Kindern, Tauschringe, Volksküchen, freie Theatergruppen, autonome Freiräume, antirassistische, antisexistische Initiativen, subkulturelle Räume, Wohnraumprojekte, Umweltschutzinitiativen, Initiativen der solidarischen Ökonomie – sie alle stellen auf ihre je eigene Weise Eigentumsfragen und leben zugleich konkrete Utopien einer anderen Art des Miteinanders vor.

Wir wollen Räume und Zeit zur Verfügung stellen, in denen all das sicht- und erfahrbar gemacht wird. Genau deshalb organisieren wir die Eigentumskonferenz und laden dazu ein, Euch in vielfältiger Weise einzubringen: Mit Vorträgen, Diskussionen, Theater-, Kunst- und Musikperformances, Filmvorführungen, Parties, Konzerten, Kochkursen, Diskussionsrunden, Interventionen im öffentlichen Raum… Seid dabei: wild und kontrovers!

Die Eigentumskonferenz soll vom 5.-7. Juli 2019 stattfinden. In einem Rahmen von etwa vier Wochen vor und nach diesem Zeitraum können zudem Veranstaltungen an verschiedensten Orten Augsburgs zum Thema Eigentum entstehen.

Sendet uns das Formular mit Euren Beteiligungsvorschlägen bis zum Freitag, 15. März 2019 zurück.

Aber vergesst dabei bitte nicht, dass die solidarische Stadt davon lebt, dass Menschen die Konferenz mit aufbauen, für die Besucher*innen kochen und hinter der Theke stehen, putzen, abbauen usw. Auch ohne eigenen Programmpunkt freuen wir uns über eure Unterstützung!

Seid euch auch bitte darüber bewusst: Wir organisieren diese Konferenz in unserer Freizeit. Wir arbeiten in Initiativen von unten. Wir können Räume und unsere Zeit zur Verfügung stellen. Deshalb müssen wir darauf hoffen, dass ihr wisst, wie ihr eure Teilprojekte finanzieren könnt. Wir stehen mit Rat und Tat zur Seite..

Egal wie, die Eigentumskonferenz dann aussieht: Partizipiert an der freien, solidarischen Stadt der Zukunft! Für das Recht auf eine Stadt, in der alle ein gutes Leben führen können!